Projekt SimConDrill
Mikroplastik verschmutzt täglich unser Abwasser und die Umwelt, da viele Kläranlagen bisher nicht dafür ausgelegt sind, diese winzigen Kunststoffteilchen wirkungsvoll zu entfernen. Unter dem Begriff Mikroplastik sind alle Kunststoffteilchen mit einer Größe kleiner als 5 mm zusammengefasst. Diese können entweder direkt für den Gebrauch z.B. in Kosmetika hergestellt oder entstehen durch Zerfall von größeren Kunststoffen oder Abrieb wie zum Beispiel bei Gummireifen.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat daher 2019 das Forschungsprojekt SimConDrill bewilligt, bei dem Industrie- und Forschungspartner gemeinsam an einem neuartigen, nachhaltigen Wasserfilter arbeiten. Dieser Filter nutzt per Laser gebohrte Mikroöffnungen, um bis zu 10 Mikrometer kleine Partikel aus dem Wasser zu filtern.
Studien des Fraunhofer-Instituts zeigen, dass in Deutschland jährlich rund 333.000Tonnen Mikroplastik freigesetzt werden. Die gesundheitlichen und ökologischen Folgen sind nach wie vor nicht vollständig erforscht, aber durch die geringen Größen können Mikroplastikpartikel Kläranlagen teilweise passieren und mit dem gereinigten Wasser in Flüsse gelangen. Sauberes Trinkwasser ist jedoch für Umwelt und Gesundheit unerlässlich.
Das Projekt SimConDrill setzt genau hier an: Ziel ist die Entwicklung eines selbstreinigenden, verstopfungsfreien und langlebigen Filtersystems, das selbst große Wassermengen effizient von Mikroplastik befreien kann. Mithilfe von präzise mit dem Laser erzeugten Kleinstlöchern sollen zukünftig auch Teilchen bis zu einer Größe von 10 µm zuverlässig aus dem Abwasser entfernt werden.





